Heute möchte ich gerne über die berühmte und berüchtigte und weltgrößte Online-Video-Plattform YouTube berichten! Man sagt, YouTube besitze einen fast 50%igen Marktanteil der Online-Video-Nutzung in den USA mit 100 Millionen Usern sowie insgesamt 300 Millionen Usern weltweit, wo jeden Tag im Schnitt 65.000 Videos bzw. eine Zeitmenge von 13 Stunden Stunden Filmmaterial pro Minute neu hochgeladen werden und YouTube somit ganz eindeutig die größte Masse der Video-Nutzer global anzieht. Doch trotz der bereits existierenden Riesen-Community und der somit potentiellen Riesen-Kundschaft scheint das Unternehmen bis heute nicht so richtig zu wissen, wie es damit anfangen und wie es damit Geld machen kann…

YouTube wurde im Jahre 2005 vom Trio Chad Hurley, Steve Chen und Jawed Karim gegründet, die Mitarbeiter und Kollegen bei PayPal und sich darüber kennengelernt hatten. Hurley brachte in Neu-Gründung Design-Studienkenntnisse mit, wobei Chen und Karim auf Informatik spezialisiert waren. Von der anfänglichen Idee, einfach Videos im Internet mit ihren Freunden teilen zu können, wurde eine Riesen-Unternehmung für die drei Gründer. YouTube hatte binnen eines Jahres so stark an Popularität gewonnen, dass nach nur knapp zwei Geschäftsjahren im Jahr 2007 der Riesenkonzern Google sogar bereit war, 1,7 Mrd. US-Dollar für YouTube zu zahlen und es zu übernehmen.

YouTube wurde hauptsächlich durch Mundpropaganda, „Hast Du dieses Video schon bei YouTube gesehen?“ (Maaß, 2008, S. 35), schnell weltweit bekannt und hat vor allem durch die kostenlosen Möglichkeiten für Nutzer, so viele Videos hochzuladen, zu teilen und anzuschauen, wie sie nur wünschen, an starker Beliebtheit der Internet-Nutzer weltweit gewonnen.

Doch durch die rasant steigende Nutzung der Serverkapazitäten und Streamdata, sah sich YouTube gezwungen, schnell und in großem Stil die Kapazitäten seiner Plattform zu erweitern; was schnell zu hohen Kosten für den Betrieb der Website führte. YouTube musste sich überlegen, wie es diese Kosten abdecken will, da bis zum jenen Zeitpunkt die Plattform eigentlich noch gar keine „Geschäftsidee“, die wirtschaftlich arbeitet und Profite generiert, als solche war! Und genau hier fing die lange Suche nach dem Geschäftsmodell von der inzwischen Riesen-Unternehmung YouTube an…

YouTube hat bis heute kein klares Geschäftsmodell. Der zunächst CEO und heutige Advisor für YouTube, Hurley, spricht zwar davon, dass YouTube kein einzelnes Geschäftsmodell sucht und braucht, sondern es diverse Möglichkeiten gibt, über YouTube Geld zu generieren (vgl. FAZ.Net, 2009), doch konnte YouTube bisher kein Einziges richtig am Markt durchsetzen.

Die Idee, YouTube über Werbung zu finanzieren, indem Display-Werbung innerhalb der Videos oder neben den Videos als Werbebanner platziert werden, stoß bei potenziellen Unternehmen meistens auf Ablehnung – mit der Begründung, man wolle nicht seine Werbung neben eventuellen anstößigen oder gewalthaltigen Video-Inhalten platzieren, denn dann könnten die Kunden diese mit ihren Produkten verbinden und negative Assoziationen aufbauen. Bisher platzierte YouTube die Werbung nach dem Zufallsprinzip und achtete somit nicht darauf, neben welchen Videos Werbung geschaltet wurde. Das Unternehmen hat aber aus diesem Fehler gelernt und plant nun mit Hilfe von dem weiteren übernommenen Tochterunternehmen von Google, Doubleclick, die Werbebotschaften besser und gezielter zu platzieren, seine Werbekunden zufriedener zu stellen und somit mehr Einnahmen zu generieren. Doubleclick ist mit seinen sehr fortgeschrittenen Web-Systemen der weltweite Marktführer für die effiziente Verbreitung und Platzierung von Werbung im Internet (vgl. FAZ.Net, 2009). Zudem wollten viele Unternehmen ebenfalls nicht mit den Gerichtsstreitigkeiten und somit negativer Werbung von YouTube durch die Platzierung ihrer Werbung zu tun haben. Denn eines der größten Probleme, die YouTube bis heute noch beschäftigt, ist das große Thema um die Urheberrechte und ihre Verletzungen:

YouTube hat seit Anfang seiner Existenz sich durchgehend Beschuldigungen anhören und Gerichtsprozesse durchgehen müssen aufgrund seiner Geschäftsoperation und seiner daraus entstehenden Effekte und Folgen. Sehr viele der 300 Millionen weltweiten YouTube-Nutzer entnehmen sehr oft Inhalte und Material von urheberrechtlich geschützten Filmen, Fernsehsendungen, Musikvideos, Songs, usw. für die Produktion der „eigenen“ Videos. Dabei können z.B. eigene visuelle Inhalte von urheberrechtlich geschützter Musik unterlegt sein, Mitschnitte von Fernsehsendungen hochgeladen werden (vgl. Wikipedia.org, 2011) oder Ausschnitte aus Musik-Videos als Mash-Ups zusammengeschnitten (vgl. Spiegel.de, 2006) und präsentiert werden. Das Riesen-Medien-Unternehmen Viacom hat als Folge von dieser starken und Viacom sehr stark negativ-beeinträchtigenden Entwicklung daraufhin im Jahr 2007 eine Milliarden-Klage gegen die Muttergesellschaft Google eingeleitet. Viacom beschuldigte das Unternehmen YouTube dafür, die illegale Offenlegung und Verbreitung von urheberrechtlich geschütztem Material zu fördern und somit ebenfalls illegale Geschäfte zu betreiben (vgl. Digital Fernsehen.de, 2010). Viacom gewann daraufhin das Recht auf die gewünschte Forderung, YouTube’s Daten über das Schau-Verhalten von Nutzern zu erhalten (vgl. Wikipedia.org, 2011), sodass Viacom ebenfalls einen Nutzen aus der Entwicklung ziehen und den Markt besser einschätzen konnte. Viacom war jedoch damit noch nicht vollkommen befriedigt und verlangte weiterhin von YouTube, alle illegalen Inhalte von seiner Plattform zu entfernen. Der Beschluss des zuständigen Richters zum Prozess war jedoch der, dass es dem Unternehmen YouTube nicht anzumuten wäre, den extremen Traffic im Einzelnen genau beobachten zu können. Die Medien-Unternehmen müssten selbst die Verantwortung dafür tragen, illegale Inhalte aufzufinden und diese YouTube dann zu melden. Dann könne YouTube auch diese von seiner Plattform entfernen.  Als Antwort auf die Beschwerden zahlreicher Urheberrechtshalter hat YouTube sich dann doch etwas ausgedacht, wie man das große Problem lösen könnte: Das neue VideoID-System von YouTube soll automatisch alle Inhalte von hochgeladenen Videos durchlaufen und darauf absuchen, ob diese mit geschütztem Material identisch sind. Daraufhin können YouTube-Mitarbeiter dieses überprüfen und eventuell löschen. Der Medien-Gigant Universal Music war daraufhin zumindest zufrieden gestellt. Doch der übrige Beschwerdeprozess, wie z.B. von Warner Music, läuft weiter (vgl. Manager-Magazin.de, 2009).

Doch das Entscheidende einer Firma, Profite zu generieren, weiß YouTube immer noch nicht zu entwickeln. Ideen, Geld für den weiteren Betrieb reinzuholen, wären beispielsweise kostenpflichtige Inhalte, alternativ kostenpflichtige Abo-Verträge und vielleicht ganz und gar einfache Spenden wie z.B. bei einer anderen user-generated-Unternehmung: Wikipedia (vgl. gebloggt.ch, 2009).

Literaturverzeichnis:

Maaß, Christan (2008): E-Business Management. Stuttgart, Lucius & Lucius Verlagsgesellschaft mbH, S. 35 f.

Ying, Hui (2007): Youtube – Making Money by Video Sharing and Advertising Your Business for Free. Ontario, Self-Help Publishers, S. 2-6.

Manager Magazin (2009): Pimp my YouTube. – Online in: http://www.manager-magazin.de/unternehmen/it/0,2828,599169-2,00.html (9.2.2011).

FAZ. Net (2009): Youtube setzt im Werbemarkt auf Googles Hilfe. – Online in: http://faz-community.faz.net/blogs/netzkonom/archive/2009/02/09/youtube-ist-ein-eckpfeiler-in-googles-werbestrategie.aspx (9.2.2011).

Spiegel Online Netzwelt (2006): Analysten zweifeln an YouTube. – Online in: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,424498,00.html (9.2.2011).

Digital Fernsehen (2010): Viacom: Youtube-Geschäftsmodell beruht auf Illegalität. – Online in: http://www.digitalfernsehen.de/Viacom-Youtube-Geschaeftsmodell-beruht-auf-Illegalitaet.44643.0.html (9.2.2011).

Answers.com (Datum unbekannt): YouTube. – Online in: http://www.answers.com/topic/youtube (9.2.2011).

Wikipedia.org (2011): YouTube. – Online in: http://en.wikipedia.org/wiki/YouTube (9.2.2011).

 

Gebloggt.ch (2009): Youtube: Unklares Geschäftsmodell. – Online in: http://gebloggt.ch/2009/09/03/youtube-unklares-geschaftsmodell/ (9.2.2011).

 

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Kommentare zu: "YouTube – Millionen Kunden, kein Geschäft?" (1)

  1. yuliyap schrieb:

    Wie EM denke ich auch,dass Spenden eine gute Idee für Youtube wäre. Wenn man aber dafür zahlen musste um Videos anzuschauen, hätten sie sofort viel weniger Kunden. Wie die Gruppe Fremium schon mal erwähnt hat, sind die Internetnutzer gewohnt, dass die Inhalte im Internet kostenlos sind und „seine Musik auch“. Besonders im Fall Youtube, nachdem man es schon so lange umsonst nutzen dürfte.

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