Wussten Sie schon, dass 1 Kilo Basilikum im Supermarkt umgerechnet ca. 200 Euro kostet? Bei dem angegebenen Grundpreis von 20 Euro für 100 Gramm merkt man nicht sofort wie teuer das Gewürz ist. Dieser hoher Preis hat aber einen Unternehmer aufmerksam gemacht. Er hat dann weiter geforscht und sich bei den anderen Anbietern (z. B. im Großhandel) erkundigt, was das Kilo Basilikum dort kostet.  Hans Christian Heinemeyer war erstaunt, dass man es eigentlich für unter 20 Euro pro Kilo erhalten kann.

Und da kam die Idee nach dem Vorbild der Teekampagne einen Online-Versand  für Kräuter und Gewürze zu Gründen und zwar nach dem Ideenkonzept von Faltin der Gründung mit Komponenten.    

www.bio-kraeuter-gewuerze.de 

Dabei hat er folgende Prinzipien beachtet:

  • Große Packung
  • Sehr hohe Qualität der Produkte (Bio-Kräuter)
  • Preis, das unter dem marktüblichen Preis liegt
  • Kampagneprinzip (Verkauf nur 2 Mal im Jahr)

Am Anfang hatte er Schwierigkeit mit der Großpackung, da nicht jeder eine 100-Gramm  große Packung Basilikum kaufen will. Er hat aber die Meldungen der Kunden beachtet und eine Lösung dafür  gefunden: eine kleine Gewürzdose zu verkaufen und dazu die große Gewürzpackung zum Nachfüllen. Es hat sich oft so ergeben, dass die Nachbarn, die italienische Gewürze gern verwenden, eine Packung zusammen gekauft haben und dann geteilt haben. Oder, dass einer Rosmarin gekauft hat und der andere Basilikum und dann anschließend untereinander getauscht.

Bei dem Einkauf der Kräuter konnte Herr Heinemeyer noch nicht so viele Wertschöpfungsstufen wie bei der Teekampagne überspringen: zur Zeit kauft er bei den Importeuren ein. Das Ziel ist aber in den Herkunftsländern einzukaufen.

Eine Weitere Hürde war die Verpackungsfrage. Die Verpackungsproduzenten verlangen eine Mindestbestellmenge in Höhe von 100.000 Verpackungen und da die Kräuterkampagne 6 Sorten von Kräutern verkauft, mussten sie 600.000 Verpackungen betellen und das war finanziell nicht machbar. Herr Heinemeyer hat dieses Problem auch gut gelöst: er hat die Standardverpackungen ohne Etikett bestellt (da gab’s nicht so eine hohe Mindestbestellmenge) und die Etiketierung der Verpackung bei einem anderen Anbieter veranlasst.

Der Preis für die Bio-Kräuter der Kräuterkampagne ist aufs Kilo gerechnet um ca. ¼ günstiger als bei den Konkurrenten.

An diesem Beispiel sieht man, dass eine Gründung immer Querdenken und Problemlösungsfähigkeiten verlangt. Außerdem muss der Markt ausführlich geforscht werden um für sich eine gute Position zu finden.

Quellen:

  1. Kopf schlägt Kapital, G. Faltin, 2008 München
  2. http://labor.entrepreneurship.de/blog/
  3. http://www.bio-kraeuter-gewuerze.de/kampagne-guenstig-gewuerze-grosspackungen-bestellen.php
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Kommentare zu: "Bio-Kräuter-Gewürze: eine Gründung mit Komponenten (Ideenkonzept nach Faltin)" (10)

  1. ishalein schrieb:

    Loved this post as I’m an organic herb friend and find that the prices are far too high here! I’m disappointed that the date to order them for this half year has passed and by the time September comes around I’ll be in the US. Great find though. Lovely to see other working examples of Faltins business model!

  2. yuliyap schrieb:

    Ja, das ist schade, dass die Kräuter zur Zeit nicht verfügbar sind. Der Preis bei http://www.bio-kauter-gewuerze.de ist wirklich erschwinglich für 150 Gramm Bio-Rozmarin 4,95Euro.

    Auf einer ähnlichen (Konkurrenzwebsite) kostet derselbe Bio-Rozmarin 8,76 Euro für 100 Gramm;
    http://www.bauer-etzel-shop.de

    Ist es nicht erstaunlich?

  3. Hallo yuliyap,

    vielen Dank für Deinen Bericht über uns. Es freut mich, dass Du unser Projekt gut findest.

    Eine wichtige Anmerkung zum Punkt „Kampagnenprinzip“. Ähnlich wie bei der Teekampagne heißt dies bei uns *Einkauf* nur 2 Mal im Jahr.

    Verkaufen tun wir -fast- das ganze Jahr! Das heißt ihr könnt auch außerhalb der Kampagnentermine einkaufen (Ich habe den missverständlichen Text auf unserer Webseite geändert – Danke für den Hinweis!)

    Die aktuelle Verfügbarkeit der Gewürze seht ihr bei uns immer im Onlineshop:
    http://shop.bio-kraeuter-gewuerze.de.
    @ishalein: You can order at all times, just follow the link I posted above.

  4. yuliyap schrieb:

    Vielen Dank für Ihre Rückmeldung Herr Heinemeyer!

    Ja, die Verfügbarkeit zu jeder Zeit ist wichtig bei dem Kampf gegen die Konkurrenten.

    Und bei einem Einkauf nur 2 Mal im Jahr kann man eine größere Menge bestellen und für sich sicherlich Mengenrabatte erhalten. Außerdem spart man damit an den anteiligen Transportkosten.

  5. ishalein schrieb:

    Thanks Hans Christian! I will be ordering some soon!

  6. Das ist ja ein interessanter Bericht über die „Gewürz-Kampagne“! Von denen habe ich auch noch nicht gehört, aber bin froh, nun über sie zu wissen. Ich hatte mich nämlich auch schon lange Zeit gefragt, wie der Gewürzmarkt denn generell aufgebaut ist und was da die gängigen Preise und die Mitspieler sind. Dass da solch eine „Abzocke“ von einigen Anbietern betrieben wird, habe ich zwar schon irgendwie geahnt (weil die Preise tatsächlich auch für den Otto Normalverbraucher auffallend hoch sind!), aber noch keine konkreten Zahlen gesehen.
    Ich finde es toll, dass einige Menschen in unserer Gesellschaft „mitdenken“, Probleme lösen können und wollen, und somit für ihre Mitbürger fairere Preise auf dem Weltmarkt finden können.
    Ich hoffe, dieser Trend wird sich weiter erstrecken in der Zukunft. Dann würde ich der wirtschaftlichen Zukunft nur positiv entgegen sehen: Die Menschen handeln und konsumieren auf eine sparsame/ökonomische Art und Weise (was man an dem Beispiel der Nachbarn, die ins Tauschgeschäft eintreten, um effektiver ihre „Resourcen“ aufzuteilen, sehen kann) und das schont die Umwelt. Es ist also eine ideale Arbeitsweise, die Wirtschaftlichkeit sowie Nachhaltigkeit fördert! Wie gesagt, sowas sollte mehr – auch vom Staat – gefördert werden!

    Faire Preise für alle & eine gesunde und ausgeglichene Umwelt!! 🙂

  7. danielmarko schrieb:

    Eine interessante Idee. Allerdings frage ich mich immer, wer eine Großpackung Gewürze als Privatmann braucht? Es sei denn, man macht eine Sammelbestellung.
    So für Gastronomie und Kleinunternehmer mag es ja interessant sein, allerdings haben diese eher andere Quellen.

  8. @danielmarko: Dazu haben wir uns Gedanken gemacht und haben folgende Lösung entwickelt:
    Auf Wunsch legen wir kleine Tüten bei, mit denen man selbst Gewürze abfüllen und weiterverteilen kann.

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