Im Juni 2011 wird IBM mit großem Spektakel seinen 100. Geburtstag feiern. Nur wenige Unternehmen erreichen dieses hohe Alter – und eine Zeit lang sah es so aus , als würde das auch „Big Blue“ nicht gelingen. Das Erfolgsgeheimnis von IBM liegt in der Fähigkeit, sich selbst neu zu erfinden.

In seinem Bestseller „ Who Says Elephants Can’t Dance?” erzählt der ehemalige Konzernchef Lou Gerstner, wie er in den 1990-er Jahren die Firma vor dem Absturz rettete. Er verschob den Schwerpunkt von Hardware zu Dienstleistungen. Seit Gerstners Abschied hat sich IBM ein weiteres Mal gewandelt – sowohl was als auch wie es produziert. Ihr Jubiläum wird die Firma daher dafür nutzen, sich selbst als Vorbild für Unternehmen zu präsentieren, die im zweiten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts prosperieren wollen.

Nach Meinung von Matthew Bishop ( Wirtschaftsredakteur, The Economist), werden 2011 schnelle Newcomer langsamere Platzhirsche verdrängen. Die großen Gewinner aber werden Unternehmen sein, die den Vorteil ihrer Größe mit der Fähigkeit vereinen, sich schnell auf wechselnde Marktbedingungen einzustellen. Dabei müssen sie nicht unbedingt 100 Jahre alt sein. Solche Unternehmen wie  Google und Facebook besitzen bereits im jungen Alter die nötige Kombination aus Gewicht und Agilität.

Auch finanzielle Schlagkraft und Flexibilität werden 2011 eine große Rolle spielen, egal ob bei Investitionen oder bei Übernahmen. Die Finanzkrise hat den Abstand in puncto Finanzstärke zwischen den Besten und dem Rest vergrößert. Die Starken können sich Deshalb auf lukrative Kaufgeschäfte freuen.

Lange waren multinationale Konzerne wenig mehr als eine Ansammlung von nationalen Unternehmen mit einem gemeinsamen Hauptquartier. Nach der Rezession 2001/2002 machte sich Gerstners Nachfolger Sam Palmisano daran, Big Blue in ein „ global integriertes Unternehmen“ zu verwandeln. In konzernweiten „Centres of Expertise“ kommen die besten Leute zum Einsatz, egal wo sie eingesiedelt sind. IBMs globale Beschaffungseinheit sitzt heute in China, die gesamte Finanzverwaltung in Brasilien. Möglich wurde das erst durch moderne Informationstechnologie. Es war mühsam, mit einer zunehmend verstreuten Belegschaft eine einheitliche Unternehmensstruktur zu schaffen.

Der Erfolg von IBM und das anstehende Jubiläum dürften den Aufbau von großen, flexiblen und global integrierten Unternehmen zur meisdiskutierten Managementidee des Jahres 2011 werden lassen. Bedeutet das auch das Ende der Schumpeter’schen „kreativen Zerstörung“ durch Start-ups, die bislang so viele Innovationen gebracht hat? Laut dem österreichischen Ökonomen Joseph Schumpeter braucht es disruptive Neueinsteiger, weil etablierte Anbieter den Innovationsprozess nicht vorantreiben. 

2011 werden einige altehrwürdige Unternehmen zeigen müssen, dass sie das Zerstören inzwischen selbst beherrschen.

Quellen:

1. Herbert Matis: Der „Entrepreneur“ als dynamisches Element im Wirtschaftsprozess. Schumpeters Beitrag zur Theorie unternehmerischen Verhaltens, Wien 2002

2. http://www-03.ibm.com/ibm/history/interactive/index.html#/TheBirthOfEBusiness

3. http://www-03.ibm.com/ibm/history/interactive/ibm_ohe_pdf_13.pdf

4. The World in 2011, Spezial-Ausgabe The Economist, Januar 2011

5. http://fanart.lionking.org/Artists/x_emily_x/?++++1+40808

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