In unserem Blog haben wir bereits viele interessante, einzigartige, erfolgreiche und vor allem innovative digitale Geschäftsmodelle vorgestellt. ABER: Wir alle wissen, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Warum und wie kann es also dazu kommen, dass Geschäftsmodelle scheitern und Start-Ups fehlschlagen?

Die Liste gescheiterter Start-Ups und Internetfirmen ist lang. Die Gründe für das Versagen am Markt können sowohl interner, als auch externer Natur sein.

Interne Gründe für das Marktversagen

Interne Gründe resultieren aus falsch getroffenen Entscheidungen der Firmeneigentümer und der beteiligten Mitarbeiter.

Die Grundbausteine für das Scheitern eines Geschäftsmodells werden meistens schon mit einem mangelhaften oder fehlerhaften Businessplan gelegt. Das Problem hierbei besteht vor allem darin, dass das bestehende Marktumfeld nicht genau genug analysiert und beobachtet wird oder dass von Anfang an von unrealistischen Umsätzen ausgegangen wird. Mögliche Schwächen, Risiken und Entwicklungstendenzen werden oftmals sehr oberflächlich betrachtet, wodurch bereits am Anfang Lücken für Fehler entstehen können. Auch wird oftmals vergessen, dass die im Businessplan entwickelten Vorgehensweisen, Pläne und Strategien ständig weiterentwickelt und an die sich sehr dynamisch verändernden Markbedingungen und Marktsituationen angepasst werden müssen. Denn gerade im Internetbereich finden Veränderungen sehr rasant und unaufhaltbar statt.

Aber zum Scheitern kann es nicht nur durch Fehler beim Businessplan kommen. Die Ursachen können auch bei den beteiligten Personen liegen. Das Problem ist, dass die  meisten Start-Up Gründer häufig keinerlei Gründungs- oder generell Managementerfahrungen haben. Viele werden von unrealistischen Vorstellungen vom schnellen Erfolg und Reichtum geblendet. Die meisten überschätzen das eigene Können und unterschätzen dabei die Komplexität verschiedener Unternehmerischer Bereiche wie beispielsweise Personalmanagement, Controlling oder auch verschiedene mit dem Geschäftsmodell verbundene technische Angelegenheiten. Oftmals steht der eigene Stolz im Weg, wenn es darum geht sich  Hilfe einzuholen oder eigene Schwächen zu erkennen.

Die dritte interne Fehlerquelle könnte auch das eigentliche angebotene Produkt oder die angebotene Dienstleistung darstellen. Ein wichtiges Stichwort dabei ist der Produktlebenszyklus, denn gerade im WWW unterliegen Produktlebenszyklen einer sehr schnellen und rasanten Veränderung. Wird dieser Tatsache zu wenig Beachtung geschenkt, kann dies ein schnelles Ende eines noch so erfolgreichen Geschäftsmodells bedeuten.

Wie bereits erwähnt ist der Internetbereich sehr schnelllebig. Was heute noch als innovativ gilt, kann morgen schon der Vergangenheit angehören, da die Nachfrage einfach nicht mehr da ist und die User nach neuen Trends „schreien“. Diesem muss man sich immer wieder aufs Neue anpassen, den aktuellen Stand im Produktlebenszyklus genau beobachten und immer auf das Worst-Case-Szenario vorbereitet sein.

In diesem Fall genügt es jedoch nicht eine Anpassungsbereitschaft zu besitzen. Denn auch bei den Anpassungsarbeiten können eine Vielzahl von Fehlern auftretten, die es zu vermeiden gilt, um die bestehende „Usergemeinschaft“ nicht zu verlieren. Eine Webseite von Grund auf zu verändern, kann meistens den Untergang bedeuten. Damit ein Relaunch erfolgreich verläuft müssen die Gewohnheiten der User berücksichtigt werden. Man muss sie langsam und behutsam an die Veränderungen heranführen. Denn gerade in Zeiten des Social Webs kann aus einer individuellen Unzufriedenheit schnell eine kollektive Unzufriedenheit werden. Facebook hat es beispielhaft vorgemacht. Seit kurzem wird dem User ein freiwilliger Wechsel zu einem neuen Profil angeboten, welcher was die Benutzung und das Design betrifft, eine gewisse Umgewöhnungszeit verlangt. Er wird also nicht gezwungen die Änderung anzunehmen.

Interne Gründe für das Marktversagen

Auch externe  Gründe können ein noch so erfolgreiches Geschäftsmodell so stark schwächen, dass es im schlimmsten Fall die gesamte Unternehmensexistenz gefährden kann. Die externen Gründe entwickeln sich meistens aus dem Nachfrage- und Angebotsbereich.

E-Commerce Unternehmen müssen sich ständig weiterentwickeln und innovativ bleiben um zu versuchen eine stärkere Kundenbindung zu erreichen. Denn viele Trends, gerade im Informations-, Fashion- und Entertainmentbereich, sind sehr kurzlebig. Daher sind Änderungen der Kundenpräferenzen, der Kaufbereitschaft und der Geschmäcker im wettbewerbsintensiven Internet unaufhaltsam. Es besteht immer die Gefahr, dass gerade im Güterbereich die Kunden zu einem (neuen) Angebotskonkurrenten wechseln, weil entweder die Internetseite userfreundlicher ist, die Produktpalette umfangreicher ist, oder die Preise unschlagbar sind. Man darf sich also nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen, sondern muss das Wettbewerbsumfeld ständig im Auge behalten.

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Kommentare zu: "Gründe für das Scheitern" (1)

  1. norino23 schrieb:

    Es ist wichtig sich im vornherein ein genaues Ziel zu setzen. Das heißt, wo möchte man hin. Zudem ist eine Wettbewerbsanalyse von Vorteil, man sollte also überlegen wie man sich gegen Wettbewerber abheben möchte. Das aller wichtigste stellt wohl die Strategie dar, die man fahren möchte. Diese muss natürlich kontinuierlich kontrolliert und angepasst werden, wie du bereits sagtest. Es ist auch sehr richtig, die Akzeptanz des Produktes im Konsumentenkreis zu recherchieren.
    Das viele Unternehmen scheitern zeigte sich auch letztes Jahr, da waren es 17 Start Ups, die entweder in die Insolvenz gerutscht sind, abgeschaltet oder von Konkurrenten übernommen wurden. Beispielsweise drei davon sind einfach nur Klone von Groupon gewesen, die sich nicht durchsetzen konnten.
    Andere haben es allerdings auch geschafft Start Up des Jahres zu werden. Sie haben also alles richtig gemacht-Avocado Store und Citydeal (insofern, dass es für 273 Mio gekauft wurde)

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