Heute möchte ich euch das innovative Internet-Geschäftsmodell des Unternehmens AirBnB – Airbed & Breakfast – aus San Francisco, California vorstellen. Die Gründer Brian Chesky und Joe Gebbia waren in ihrer WG-Wohnung nicht nur freundschaftlich eng, sondern sind sich während der Wohngemeinschaft oder genau wegen dieser auch geschäftlich näher gekommen. Eine Erfolgstory von zwei jungen Studenten, die sich das Wohnen in der teueren Stadt gerade nicht mehr leisten konnten!…

Im Jahre 2007 waren während einer anstehenden großen Konferenz alle umliegenden Hotels in der Stadt San Francisco, California komplett ausgebucht und viele Anreisende haben vergeblich versucht, noch eine Unterkunft für eine oder zwei Nächte zu finden. Brian Chesky und Joe Gebbia hatten auch gerade zu der Zeit als Studenten leichte finanzielle Probleme mit den Mietkosten ihrer WG-Wohnung, denn sind die Mieten bekanntlich überdurchschnittlich hoch in US-Bundesstaat Kalifornien – und insbesondere in der Metropole San Francisco! So entschieden sich die beiden Freunde, aus ihrer eigenen Notlage sowie der Notlage fremder Reisender etwas sinnvolles zu machen und das gleichzeitig Geld einbringt. So war die erste Idee von AirBnB geboren: Die zwei Freunde boten ein aufblasbares Bett inklusive Frühstück als Herberge und Service für fremde Reisende an. Diese Idee kam sofort gut an bei den Suchenden und Brian und Joe merkten schnell, dass noch mehr Menschen gewillt waren, Geld für eine Bleibe jeder nur denkbaren Art zu zahlen, solange sie unterkämen. AirBnB war geboren worden – im August 2008!

Mit dem Zustieg von Nathan Blecharczyk, der für die technischen und IT-Aspekte des Startups zuständig sein sollte, hat es das Drei-Mann-Team zu einer Website gebracht, die inzwischen in den Sprachen Deutsch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Chinesisch und natürlich Englisch für Schalfangebot-Suchende und -bietende eine zentrale Plattform bietet, die nicht nur das Zusammenkommen beider Parteien erleichtert, sondern auch andere Aspekte wie einfache und bequeme Zahlungstransaktionen ermöglicht. Dabei können die Bieter von Schlafplätzen Fotos auf der Website „www.airbnb.com“ einfach hochladen und somit ihr eigenes Heim dem Suchenden vorstellen. Die Nutzer der Plattform können dabei persönliche und  Datensicherheit genießen, denn bleiben alle Kontaktinformationen bis zum endgültigen Buchungsabschluss anonym bzw. verborgen. Kommt es zum Abschluss einer verbindlichen Vereinbarung, erhalten die Schlafplatz-Bietenden ihr Geld innerhalb von 24 Stunden nach dem „Check-In“. Zuzüglich bietet die AirBnB-Website den Service Reviews zu schreiben und zu hinterlassen sowie von Freunden empfohlen zu werden. So können sich die Nutzer der Website auch schon vorab informieren, welche Bewertungen welche Bieter haben und sich so ein Bild von ihrem künftigen Schlafplatz und den Leuten machen. Die AirBnB-Gründer erläutern damit weiter, dass die Nutzer, insbesondere Bieter, sich so einen guten Ruf selbst aufbauen und halten können, indem sie gute „Gastfreundschaft“ bieten.

Das Angebot an Schlafmöglichkeiten bei AirBnB ist dabei so vielseitig und individuell wie die AirBnB-Nutzer selbst. Die Gelegenheiten für den Schlaf erstrecken sich dabei von einer – wie der Firmenname schon sagt – Luftmatratze, über die Wohnzimmercouch, das private Schlafzimmer, einer eigenen Lodge, einem Bootshaus, einem Baumhaus, bis hin zum Obdach in Form eines Schlosses und vielen anderen nicht alltäglichen Unterkünften (vgl. Airbnb, 2011)! Das US-amerikanische Time Magazine bezeichnete die Unternehmung als das „Ebay für Unterkünfte“ und die Tageszeitung The New York Times bezeichnete in einem Blog-Post vom 11. August 2008 den stetig wachsenden Trend, weg von Hotelbuchungen hin zu Unterkunftssuchen bei Einheimischen, als „Hotels Are So Twentieth Century“ (Freakonomics, 2008). Mit diesen sowie zahlreichen anderen Beiträgen in der Presse zu dem Startup AirBnB – siehe bei http://www.airbnb.com/home/press – kann man beobachten, dass die Jung-Gründer ordentliche und erfolgreiche Arbeit im Online-Geschäft leisten.

Inzwischen bietet AirBnB mehr als 50.000 Schlafmöglichkeiten in mehr als 8000 Städten und in mehr als 166 Ländern der Welt und das Unternehmen ist fleißig und auf gutem Wege dabei, noch weiter zu expandieren. Dabei wollen es die Gründer nicht nur bei den Angeboten vom übrigen Schlafplatz im Eigenheim von Privatpersonen auf Dauer lassen, sondern wollen sich auch mit Hilfe von anderen Geschäftskunden diversifizieren. So arbeitet AirBnB inzwischen auch mit Immobilienmaklern und anderen professionell-orientierten Vertreibern von Herbergen zusammen (vgl. Rau, 2009). Das Geschäftskonzept stieg rapide in der Beliebtheit der Nutzer auf der ganzen Welt an seit der Online-Schaltung der Website im August 2008 und die drei Gründer bekamen nach der anfänglichen Finanzspritze in Form einer Seed-Finanzierung von 20.000 US-Dollar vom Investor Y Combinator (vgl. Fischer, 2010, S. 25), nach einer weiteren Angel-Finanzierungsrunde mit den Investoren Sequoia Capital, Y Combinator und Youniversity Ventures von insgesamt 600.000 US-Dollar (vgl. Parr, 2010), letztendlich einen Gesamt-Investitions-Betrag in Form von Venture Capital von 7,8 Millionen US-Dollar, von den Investitionsgesellschaften Sequoia Capital, Greylock Partners und anderen Angel-Investoren (vgl. Lukezic, 2011).

Auch hat AirBnB erst kürzlich, im November 2010, einen iPhone-App zu ihrer Internet-Plattform eingefüht, sodass Suchende und Gesuchte sich auch mobil schneller und effizient finden können! Die Applikation hilft dem Nutzer dabei, frei verfügbare Schlafplätze direkt an seinem momentanen Standort zu identifizieren und mit Hilfe von Google Maps ihm oder ihr den direkten und kürzesten Weg zur nächsten Herberge zu zeigen (vgl. Lukezic, 2011).

Brian Chesky macht sich dabei zur Zeit selbst als „Versuchskaninchen“, oder besser gesagt „Tester“, und probiert selbst viele Schlafmöglichkeiten, die über Airbnb.com angeboten werden, aus. Dabei sammelt er selbst viele Erfahrungen, die eventuell nützlich für das Geschäft sein könnten; wie, zum Beispiel, die Entwicklung des iPhone-App. „Die Idee ist mir gekommen, nachdem ich auf der Suche nach Wohnung einmal ewig durch die Stadt geirrt bin. Ein anderes Mal wollte ich wissen, ob es in der Gegend, in der ich gerade war, auch ein Airbnb-Angebot gibt.“ (zitiert nach Fischer, 2010, S. 25), erklärte Brian Chesky.

“Airbnb brings together passionate people all over the world through the listing and renting of unique spaces – offering everyone a truly local experience with local connections,” said Brian Chesky, CEO and co-founder of Airbnb. “The Airbnb community has added listings in more than 8,000 cities – which is more cities worldwide than Starbucks – and has been growing on average by 200 new cities per week. Our vision is to continue to build a global community marketplace that gives people the ability to unlock the doors to all the world’s spaces.” (zitiert nach Lukezic, 2011).

Fazit:

Das Unternehmen und Startup AirBnB ist also eines von den erfolgreichen Geschäftsmodellen, die es zur Zeit im World-Wide-Web gibt – was man anhand von den Expansionen und weiteren großen Finanzierungsrunden der Investoren sehen kann! Mal wieder haben es junge und innovative Menschen in der Welt gezeigt, wie „einfach“ aus einer ursprünglichen spontanen und kleinen Idee ein dynamisches, wachsendes und erfolgreiches Unternehmen werden kann. Denn wer würde darauf kommen, dass aus einer anfänglichen Luftmatratze letztendlich ein tatsächlich globales Netzwerk von Kontakten entstehen könnte.

Ich finde die bisherigen Entwicklungen des Unternehmens AirBnB erstaunlich, motivierend und sehr inspirierend!

Und nächstes Mal berichte ich euch über den Erfinder der „Ur-Idee“ der sozialen Kontaktplattform für Reisende und Einheimische und gleichzeitig des Ansatzpunktes der Idee von AirBnB.com: Couchsurfing.com!

Literaturverzeichnis:

Fischer, Frederik (2010): Der nimmermüde Bettenbummler. – In: Business Punk, Ausgabe 02_2010, S. 25.

Airbnb (2011): Über Airbnb. – Online in: http://www.airbnb.com/home/about (04.01.2011).

Airbnb (2011): Hintergrund. – Online in: http://www.airbnb.com/home/story (04.01.2011).

Lukezic, Christopher (2011): AirBnB Announces New Product Advancements And $7.2 M In Series A Funding To Accelerate Global Growth. – Online in: http://www.airbnb.com/press_release/Airbnb_PressRelease_11112010.pdf (04.01.2011).

Bloomberg Businessweek (Erscheinungsjahr unbekannt): Best Young Tech Entrepreneurs 2009. – Online in: http://images.businessweek.com/ss/09/04/0421_best_young_entrepreneurs/9.htm (04.01.2011).

Rau, Leena (2009): Y Combinator’s Airbed And Breakfast Casts A Wider Net For Housing Rentals As AirBnB. – Online in: http://techcrunch.com/2009/03/04/y-combinators-airbed-and-breakfast-casts-a-wider-net-for-housing-rentals-as-airbnb/ (04.01.2011).

Parr, Ben (2010): Airbnb Gets New Funding To Expand Its Marketplace For New Spaces. – Online in: http://mashable.com/2010/11/10/airbnb-funding/ (04.01.2011).

Freakonomics (2008): Hotels Are So Twentieth Century. – Online in: http://freakonomics.blogs.nytimes.com/2008/08/11/hotels-are-so-twentieth-century/ (04.01.2011).

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Kommentare zu: "AirBnB – Wie aus einem Luftbett ein gänzlich globales Netzwerk wird" (4)

  1. Hier noch ein Video zum Beigeschmack… 😉 …und damit ihr euch ein Bild machen könnt!

  2. yuliyap schrieb:

    Elmira, danke für deinen Artikel.

    Meine Frage ist: wie sieht es am Markt für solche Dienstleistungen aus? (Global und National)

    Wie viele Wettbewerber sind vorhanden?

    Wie wird der Preis gestaltet?

    Mit welcher Strategie möchte sich AirBnB am Markt durchsetzen?

  3. ishalein schrieb:

    As I love to travel and don’t like spending money on accommodation your article caught my eye. I’m a big user of Couchsurfing.com so while I was reading it I was drawing comparisons. I was so glad to read at the end that you plan to write an article about CS and I look forward to reading it! I’ve got my next couchsurfer arriving on Sunday…

  4. yuliyap schrieb:

    Zu der Preisgestaltung bei AirBnB habe ich noch recherchiert und rausgefunden, dass das Preis-Leistungsverhältnis bei diesem Unternehmen hervorragend ist. Die Preise liegen deutlich unter dem Marktdurchschnitt wobei die Qualität der Unterkünfte meistens sehr gut ist. Der soziale Faktor (freundliche Eigentümer der Unterkönfte) erhöht den Wert des Erlebnisses noch zusätzlich.
    Somit ist es kein Wunder, dass AirBnB so erfolgreich ist.

    Zimmerbeispiel (für 2 Personen zusammen 59 Euro pro Nacht):
    http://www.airbnb.com/rooms/23529

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