3-2-1- meins!

Ganz genau, hier geht es um ebay. Ebay wurde seit der Gründung im Jahre 1995 zu einer der bedeutsamsten E-Commerce-Plattformen international. Früher nahmen Millionen ebay-Nutzer mit voller Aufregung an Versteigerungen teil und verfolgten diese auf Kohle sitzend. Heute jedoch sieht es etwas anders aus, es scheint als ob die Live-Auktionen immer weniger Nutzer anziehen…

Einer von vielen Internetexperten wie Martin Fabel von der Unternehmensberatung A.T. Kearney behauptet: „Heute geht man lieber auf Seiten wie Youtube.“ „Ebay hat ein strukturelles Problem, Nutzer zu halten, für die der Spaßfaktor im Vordergrund steht.“

Dennoch verbirgt sich hinter den sinkenden Wachstumszahlen noch viel mehr:Eine Masse von Nutzer ist enttäuscht von den unklaren Angeboten. Dazu kommt die Erhöhung der Gebühren. Letztlich ist das Einstellen von Trödel ja nicht umsonst. Es werden Verkaufsprovisionen und vielfältige Gebühren von ebay eingenommen.Ebay hat in manchen Rubriken die festen Kosten durch Gebühren ersetzt, die sich nach dem Startpreis richten und sich nach der Menge der Artikel verändern.

Mittlerweile schauen sich schon einige Mitglieder nach anderen Möglichkeiten um und stoßen auf Preisvergleich- Portalen wie www.ciao.de oder Aktionshäuser wie http://www.hood.de  und www.auxion.de . Einige verlangen sogar keine Einstellungsgebühren zu zahlen. „Bei ebay starten viele Verkäufer mit einem Angebot von einem Euro, um nicht so hohe Einstellungsgebühren zu zahlen“, denkt Lothar Fuchs, der Geschäftsführer von auxion. „Viele, gerade Privatsammler, kommen von ebay zu uns, weil sie hier bessere Preise erzielen.“ Früher meldeten sich täglich nur bis zu 80 Mitglieder bei auxion an, und heute spricht man mittlerweile von rund 170000.

Am meisten sorgte die Erhöhung der Gebühren bei den Verkäufern, die öfters mit enormen Artikelposten gekonnt auf ebay handeln, für Ärger. Denn mittlerweile können sich diese schon für einen geringen Preis im Monat einen eigenen Onlineshop erstellen und mit den geeigneten Stichwörtern durch Suchmaschienen wie Google an potenzielle Käufer kommen.

Aus diesem Grund oder auch der Betrügereien von Kleinanbietern, die sich beispielsweise durch Bekannte den Preis eines Artikels erhöhen lassen, denke ich, dass sich ebay-Nutzer höchstwahrscheinlich zweimal die Frage ob sie da etwas kaufen oder etwas einstellen. Trotz der 20 Millionen registrierten Mitgliedern denke ich, dass der Großteil von der Mehrheit inaktiv ist und sich ebay auf jeden Fall etwas Neues ausdenken sollte, bevor das Image noch mehr beschädigt wird.

Quelle: http://www.zeit.de/online/2007/31/Ebay?page=1

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Kommentare zu: "3-2-1- meins!" (5)

  1. danielmarko schrieb:

    Du hast es mit deinem Blog auf den Punkt gebracht. Ebay verliert von Jahr zu Jahr vermehrt Mitglieder(durch abmeldung oder inaktiverität). Das bestätigtt mir mein Umfeld und auch ich habe die Schattenseiten erfahren müssen. Man hört vermehrt von schwarzen Schafen, die auf der Auktionsplattform ihr unwesen treiben und nur aufs schnelle Geld aus sind. Wo man früher als Verkäufer ein Druckmittel gegenüber dem Käufer hatte (durch eine negative Bewertung z.B.) wurde diese mittlerweile abgeschafft und man wartet auf die Zahlung des Artikels und hofft gleichzeitig, dass dieser auch bezahlt wird. Schließlich hat der Käufer ja Zeit mit dem bezahlen (z.B. bis das nächste Gehalt kommt). Am Ende kann der Käufer noch dem Verkäufer eine negative Bewertung geben (z.B. weil ein Artikel ein Tag zu spät kam), was der Verkäufer wegen der verspäten Zahlung nicht machen kann.

    Ebay hat den Start in anderen Ländern verschlafen. So ist z.B. in Polen die Auktionsplattform allegro dominanter und stellt Ebay in den Schatten.
    Ihre marktbeherrschende Stellung in Polen erklärt sich unter anderem durch ihre frühe Netzpräsenz (1999) und den daraus resultierenden Bekanntheitsgrad. Seit Mitte 2006 etabliert sich das Unternehmen auch in der Tschechischen Republik (Aukro.cz), in Ungarn (TeszVesz.hu), Russland (molotok.ru) sowie in der Ukraine (Aukro.ua).
    Ebay versuchte es mit ihrer Plattform erst im Jahr 2005 zu behaupten. Da war der Zug schon längst abgefahren.
    Was bei allegro mit 8 Mitarbeitern anfing, ist mittlerweile auf mehrer hundert gestiegen. Auch Marktanteilmäßig liegt Allegro in Polen (Mitte 2006) bei etwa 53 Prozent, im Vergleich dazu hatte ebay.pl lediglich einen Anteil von etwa 13 Prozent.

    Gut für den Umsatzeinsturz von eBay:
    http://www.blogwave.de/ebay-umsatz-fallt-zurecht-ausrede-finanzkrise.html

    und Umsatz und Gewinn:

    http://www.heise.de/newsticker/meldung/eBay-steigert-Umsatz-und-Gewinn-983536.html

  2. yuliyap schrieb:

    Ebay muss umgehend sein Ertragsmodell ändern. Andere (meist nationale) Anbieter wie zum Beispiel http://www.Marktplaats.nl in Niederlanden und auch einige von denen, die Daniel genannt hat, erheben keine Einstellungsgebühren.
    Wenn man zum Beispiel Sachen zum Verkauf eingestellt hat, entstehen sofort Kosten. Ob die Sachen aber verkauft werden ist es noch nicht bekannt.Der Verkäufer kann dann auf seinen Kosten sitzen bleiben . Somit sinkt das Interesse der Nutzer am Ebay und sie weichen zu anderen Anbietern ab.

  3. norino23 schrieb:

    Als Alternative gibt es dazu Ebay Kleinanzeigen. Dort kann man auch Sachen einstellen ohne irgendwelche Gebühren zu zahlen. Zudem hat man dort die Möglichkeit direkt über das Telefon mit den Verkäufern in Kontakt zu treten und man kann sein Angebot speziell in seiner Stadt inserieren. Allerdings ist dieser Service noch relativ neu. Momentan werden eher weniger Klamotten eingestellt.

  4. Ringer schrieb:

    ebay ist meiner Meinung nach mit Recht am untergehen – wir vermarkteten 2007 bis Mitte 2008 ebenfalls sehr erfolgreich unsere Produkte über die Plattform – es lief gut und ebay spendierte uns eine Flasche Sekt, da unser Geschäft mit fast 700 Paketen monatlich gut performte…
    Aber was kam dann im Mai 2008? Urplötzlich brachen von einem Tag auf den anderen massiv die Umsätze ein, keiner konnte sich das erklären, wurde doch alles so gehandlet wie die Monate davor…
    Eineinhalb Monate später wussten wir, was los war: unser ebay-Account gehörte wohl zu den Test-Accounts für die später eingeführte neuen Such-Algos…
    Reihenweise gingen Top-Produkte nur noch für 1/20 des vorher erzielten Preises weg.

    Dieses Vorgehen und fehlende Ankündigungen seitens ebay bewogen uns damals, der Plattform den Rücken zu kehren und einen eigenen Shop auf die Beine zu stellen.

    Die Flasche ebay-Sekt steht immer noch ungeöffnet hier im Büro und jedes Mal, wenn ich sie mir ansehe, verspüre ich Genugtuung, dass ich keine mehrere 1000 EUR Provision mehr pro Monat an ebay zahlen muss.

  5. danielmarko schrieb:

    Ich brauche nur noch 90 Sterne, bis zur Flasche. Wenn ich so überlege, sind bei mir auch mehrere Tausend euro bis jetzt als Provision angefallen. Ebay ist nicht mehr das, was sie mal waren. Immer mehr Kunden werden verärgert und mit der Einführung des neuen Bewertungssystems gingen die meisten. Nach erhalt der Sektflasche werde ich mich auch von der Plattform distanzieren, denn es macht echt keinen spaß mehr

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