Da wir uns hier mit den  Geschäftsmodellen befassen, werde ich hier zum Anfang eine Definition des Geschäftsmodells nach P. Stähler schildern.

Geschäftsmodell ist ein Geschäftskonzept das in der Praxis schon angewand wird. Dieses Geschäftskonzept beinhaltet eine Beschreibung:

  1. Welchen Nutzen schtiftet das Unternehmen für seine Kunden oder andere Partner?
  2. Wie wird die Leistung in welcher Konfiguration erstellt? (Architektur der Wetrschöpfung)
  3. Welche Einnahmen das Unternehmen aus welchen Quellen generiert? (Ertragsmodell)

(vgl.: Geschäftsmodelle in der digitalen Ökonomie, P.Stähler, 2001, S. 41)

Globalisierung und damit einhergehender Wettbewerbsdruck stellen die Geschäftsmodelle, die sich jahrzehntelang bewährten, auf einmal infrage.

Die einzige Antwort auf diese Herausforderung ist in vielen Fällen eine radikal neue Definition des eigenen Geschäftsmodells. „Es ist mittlerweile wichtiger, wie man etwas verkauft, erfindet, herstellt und vermarktet, als was man verkauft“, sagt Henning Kagermann, Vorstandsvorsitzender des Softwarekonzerns SAP, der kürzlich ein Buch „Geschäftsmodelle 2010“ veröffentlicht hat. Dort kommt er zum Schluss, dass „die Innovation des Geschäftsmodells inzwischen wichtiger ist als die Innovation der Produkte“.

(vgl.: Wirtschaftswoche NR. 045 vom 06.11.2006, S. 134)

Dass das Thema derzeit ganz oben auf der Agenda vieler Topmanager steht, zeigt eine Umfrage unter weltweit 765 Unternehmenschefs der Beratung IBM Business Consulting Services. Demnach befürchten mehr als 60 Prozent der Topmanager, dass Wettbewerber durch eine durchgreifende Veränderung ihres Geschäftsmodells ihre gesamte Branche umkrempeln könnten.

Veränderungen des Geschäftsmodells können an jedem der drei Elemente des Geschäftsmodells nach Stähler-Definition vorgenommen werden.

  1. Den Mehrwert schaffen: zum Beispiel, zusätzliche Serviceleistungen, individualisierte Produkte oder neue Produktkombinationen anbieten. So hat etwa Adidas mit „my adidas“ seinen Kunden den Wunsch erfüllt, sich ihre eigenen Schuhe selbst zu entwerfen. Sie können ihre Füße vermessen, aus verschiedenen Farben und Designs auswählen und sich ihren Namen aufsticken lassen.
  2. Die Wertschöpfungsarchitektur verändern: Das bekannteste Beispiel hierfür ist der Computerhersteller Dell, der seine PCs nur im Direktvertrieb vermarktet und Wiederverkäufer, Einzelhändler und Systemintegratoren ausschließt. Außerdem produziert Dell seine Computer nicht auf Vorrat, sondern nach Auftragseingang. Nach diesem Prinzip können zahlreiche Unternehmen große Teile ihres Produktionsvolumens flexibel und damit auftragsabhängig steuern.
  3. Ertragsmodell verändern: zum Beispiel bei einem Digitalisierungsdienstleister in Deutschland sieht das Vertragsmodell eine fest vereinbarte Summe für die Scanleistung und die Einrichtung des Archivs vor. In den USA hingegen übernimmt der Dienstleister den kompletten Scanprozess ohne einen einzigen Cent zu berechnen. Dafür muss der Kunde jedes Mal eine fest vereinbarte Summe für jede Aktenziehung überweisen. (vgl.: Information Management & Consulting NR 23, 2008, S.71)

Weitere Ideen oder Beispiele dafür, wie man ein Geschäftsmodell verbessern kann sind herzlichst willkommen.

Quellen:

1. Geschäftsmodelle in der digitalen Ökonomie, P.Stähler, 2001

2.  Information Management & Consulting NR 23, 2008

3. Wirtschaftswoche NR. 045 vom 06.11.2006

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Kommentare zu: "Umbau des Geschäftsmodells als Überlebensstrategie" (2)

  1. […] das Geschäftsmodell definieren. Zum Vergleich der Definition nach Stähler im vorigen Blogpost (https://blogstudentshwr.wordpress.com/2010/12/13/umbau-des-geschaftsmodells-als-uberlebensstrategie/ ) definiert Joan Magretta in Harward Business Review Nr. 01, 2011 S. 102 ein Geschäftsmodell […]

  2. […] das Geschäftsmodell definieren. Zum Vergleich der Definition nach Stähler im letzten Blogpost (https://blogstudentshwr.wordpress.com/2010/12/13/umbau-des-geschaftsmodells-als-uberlebensstrategie/ ) definiert Joan Magretta in Harward Business Review Nr. 01, 2011 S. 102 ein Geschäftsmodell […]

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