In den letzten Wochen haben wir viele Geschäftsideen vorgestellt. Doch wie steht es mit der Finanzierung einer neuen Idee , wenn man als Sicherheit nichts anzubieten hat? Und wie bekommt man einen gelungenen Exit hin?

Venture Capital bezeichnet sogenanntes Wagniskapital bzw. Risikokapital. Dabei wird Unternehmen, oft auch besonders Riskanten, Kapital zur Verfügung gestellt. Startups sind oft Nutznießer dieser Finanzierungsart, weil sie meistens für die herkömmliche Kreditfinanzierung nicht genug Sicherheiten bieten können. Die Finanzierung mit der Hilfe von Venture Capital ist in der Regel auf drei bis zehn Jahre begrenzt. Eine Verzinsung gibt es im Normalfall nicht, Gewinn entsteht erst durch die Veräußerung seiner Beteiligung am Ende der Investitionsphase.
Die Beteiligung ist an ein hohes Risiko geknüpft, da bei Misserfolg des Unternehmens am Markt keine Sicherheiten bestehen. ( Darüber berichtete auch der Gründer von PaperC in der Vorlesung von Hr. Pieper) Oft wird neben dem Kapital auch eine umfassende Unternehmensberatung zur Verfügung gestellt. In diesem Fall wird von intelligentem Kapital gesprochen – smart capital.
In den Finanzierungsphasen sind die Beteiligungsquoten der Kapitalgeber unterschiedlich. Am Anfang einer Unternehmung sind die Quoten, aufgrund des hohen Risikos, höher als kurz vor dem Exit. Der Exit bzw. die Desinvestition kann auf unterschiedliche Weise erfolgen. Folgende Ausstiegsmöglichkeiten gibt es:

Going Public

Trade Sale

Secondary Sale

Buy-Back

Liquidation

Unter Going Public versteht man den Gang an die Börse. Dies ist eigentlich der Königsweg des Exits. Die Anteile werden dann am Markt verkauft. Für den Kapitalgeber ist bei dieser Variante in jedem Fall die höchste Rendite zu erzielen. Der Kapitalgeber hat bei dieser Variante auch die Möglichkeit am weiteren Wertzuwachs des Unternehmens teilzuhaben, indem er Teile seiner Aktien weiterhin hält.

Beim Trade Sale geht es um eine Übernahme. Dabei wird ein Startup meistens von einem großen Unternehmen übernommen. Oft sind es Unternehmen aus der gleichen Branche, die so Know-How, Patente und neue Technologien einkaufen.
Hinsichtlich der Rendite ist der Trade Sale die zweitbeste Alternative. Leider kann es bei der Übernahme zu Konflikten zwischen dem alten und neuen Management kommen. Oft hat dies ein  Ausstieg der Gründer aus dem Portfoliounternehmen zur Folge.

Beim Secondary Sale veräußert der Risikokapitalgeber seine Beteiligung am Unternehmen an Dritte. Dieser Exit-Weg ist für einen Kapitalgeber nicht besonders Vorteilhaft, da die erwartete Rendite nicht besonders hoch ist. Die neuen Investoren wollen in der Regel keine hohen Preise zahlen, da sie selbst an einer Gewinnerzielung mit dem Unternehmen interessiert sind.

Beim Buy-Back erwerben die Unternehmer die Anteile des Risikokapitalgebers zurück. In der Praxis ist diese Art des Exits eher selten. Die Kapitalnehmer verfügen in der Regel nicht über genügend Kapital für einen Rückkauf, da ihre Mittel im Unternehmen gebunden sind.

Die Liquidation spiegelt den schlimmsten Fall wieder. Dem Portfoliounternehmen wird kein Kapital mehr zur Verfügung gestellt, da keine Aussicht auf Erfolg besteht. Das Unternehmen wird dadurch zahlungsunfähig.

Quelle:

vgl.  http://www.foerderland.de/1377.0.html

http://www.vc-magazin.de/

http://www.venture-capital-finanzierung.de/

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Kommentare zu: "Venture Capital – eine Chance ?!" (7)

  1. yuliyap schrieb:

    Vielen Dank für deinen Artikel. Das Thema Venture Capital ist sehr interessant.

    Möchten wir uns über die Vor- und Nachteile der Finanzierung über Venture Capital gegenüber anderen Finanzierungsformen wie z. B. staatliche Gründerförderung, Kfw-Kredite, Finanzierung durch Familie usw. unterhalten?

  2. anjahwr schrieb:

    hey Yulia, der Vorteil von VC liegt darin, dass es über eine reine Finanzierung hinausgehen kann. Der Kapitalgeber hat in diesem Fall vor allem Kenntnisse über Technologiepotenziale, Marktstrukturen und Erfolgsfaktoren. Er berät die Unternehmen auch in der Beschaffung von öffentlichen Fördermitteln und legen die Basis für die Bereitstellung von Bankmitteln.
    Er bietet dem Gründer eine Management-Beratung und Kontakte beim Wachstum sowie beim Aufbau industrieller Kooperationen. (vgl. http://www.existxchange.de/ ) Diesen Vorteil hätte man bei einer Finanzierung durch die Familie nicht. Das Interesse, dass Unternehmen nach vorne zu bringen, ist von VC Gebern besonders hoch. Einen Kredit bei der Bank oder in der Familie bekommt man ohne eine weitere Begleitung.
    Nachteil des VC liegt im Mitspracherecht der Kapitalgeber. Es muss de Unternehmers bewusst sein, dass sie nicht mehr ihr eigener Herr sind. So können manche strategische Entscheidungen wie ein eventueller Verkauf der Firma von den Venture-Capital-Gebern allein entschieden werden. Außerdem sollte man bedenken, dass nach Ablauf der Betreuungsphase der Ausstieg der Venture-Capital-Gesellschaften erfolgt.
    Bis dahin soll ein möglichst hoher Wertzuwachs realisiert werden. Als Unternehmer weiß man in diesem Fall nie, wer der nächste Geschäftspartner wird.
    VC hat Vor und Nachteile. Sich für diese Finanzierungsform zu entscheiden, liegt an dem Unternehmer selbst und hängt vor allem von den Zielen der Unternehmung ab.

  3. anjahwr schrieb:

    Lukasz Gadowski, der Gründer von Spreadshirt über: Warum Gründer aussteigen?
    http://entrepreneurshipvideo.com/

  4. danielmarko schrieb:

    Wenn man keine wertvolle Münzsammlung besitzt, oder die Sparsocke nicht voll gefüllt ist, sind die Möglichkeiten, die Gründungsgedanken in die Realität umzusetzen gering. Entweder man sammelt das benötigte Kleingeld in der Familie zusammen (vgl. luxusbabe) oder man ist auf Banken und andere Kapitalgeber angewiesen. Was mich aber an den Sachen immer stützig macht: Wenn man eine gute Idee hat, diese dann vorstellt, welche Sicherheit habe ich, dass der Kapitalgeber diese ohne meine Hilfe durchsetzt und meine Idee „klaut“?

    Interessanter finde ich den gedanken, ein unternehmen mit Hilfe eines Business Angels finanzieren zu lassen. (vgl. https://blogstudentshwr.wordpress.com/2010/12/05/die-start-up-pioniere/ )

    Ein Business Angel ist diejenige Person, die sich an Unternehmen beteiligt und die Existenzgründer mit Kapital, Know-how und Kontakten unterstützt. Meistens sind es erfahrene Unternehmer oder leitende Angestellte, die aufgrund ihrer langen Berufstätigkeit über mehr Management-Erfahrung und Kontakte verfügen als die Gründer der betreuten Unternehmen selbst. Sie agieren meistens auch als Choach und sind häufig in Netzwerken organisiert (etwa 40 in D). Sie dienen als Anlaufstelle für Kapital suchende Unternehmen und stellen den Kontakt zu geeigneten Unternehmensengeln her. Meist ist ein Geschäftsplan oder eine Vorhabenspräsetation für einen Erstkontakt unerlässlich.

    • Hallo Daniel,

      bezüglich der Problematik der „Intellectual Property“ gibt es nicht nur bei Venture Capitalists-Beziehungen solche Bedenken, wie man seine Idee schützt. Genau so kann es auch zum Ideen-Raub kommen, wenn man mit Business Angels zu tun hat.
      Dafür gibt es eine Lösung, wie etwa eine Verschwiegenheitserklärung, wo sich die das Start-Up unterstützende Partei (Venture Capitalist oder Business Angel) zur Geheimniswahrung vertraglich verpflichtet.
      Auch gibt es die weitere Möglichkeit, seine Idee mit einer Patentanmeldung zu schützen.
      Mich hat ebenfalls dieser Gedanke beschäftigt – wie man seine Idee aufbauen und an die Leute bringen kann, wenn die große Gefahr dabei besteht, seiner Idee beraubt zu werden, bevor man sie überhaupt umgesetzt hat? Ich habe mich deshalb mal an Herrn Ripsas gewandt und er hat mir ein paar hilfreiche Ideen geben können:
      Wenn man nicht wünscht, dass der „allgemeine“ Markt von der Idee erfährt, wendet man sich am Besten zuerst an ein kleineres Unternehmen, dem man den ersten Prototyp vorstellt (natürlich vorausgesetzt, man hat vorher auch hier eine Verschwiegenheitserklärung vereinbart). Danach kann man sein Produkt weiter verbessern, ausbauen, an die Kundenwünsche solange anpassen, bis es stimmt und der Kunde bereit ist, dafür Geld zu zahlen. Hat man das geschafft, kann man die ersten Einnahmen auf seinem Konto verbuchen – was den weiteren Fluss der Realisation seiner Idee wesentlich erleichtern wird. Danach kann man weiter zum nächsten Kunden/Unternehmen ziehen, und es dort auch „im stillen Kämmerlein“ zu vertreiben, bis das Produkt absolute Marktreife hat (und die Unternehmer Erfahrung). Danach lässt sich mit zusätzlichen Patenten ziemlich viel im freien Markt realisieren und durchsetzen.

      Hoffe, die wertvollen Tips konnten auch dich zu neuen Ideen für Lösungsansätze führen?! Mich haben sie das auf jeden Fall!

  5. AK schrieb:

    Hi danke für den super Beitrag!
    Wie sollte man am besten ein Gespräch mit VC´s – wo rauf ist zu achten? Gibt es Personen die bei Verhandlungen begleiten können?

    Kann man auch nur mit der „Idee“ zu VC´s gehen ohne ein fertigen Businessplan zu haben oder gar ein Gründerteam?

  6. anjahwr schrieb:

    Hallo AK,
    ich habe ein interessantes Interview gefunden mit Andreas Boué. Er ist Investment Manager und Autor des Buches “Wie komme ich zu Venture Capital?” – über die Suche nach Kapitalgebern. Er beantwortet in dem Interview ein paar praktische Fragen.
    Das Interview ist zwar aus 2008, jedoch nach wie vor aktuell.
    http://lemonade-invest.net/archives/ein-lesenswertes-interview-von-andreas-boue-uber-vc-kapital/

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