Groupon

Groupon setzt sich zusammen aus: Group und Coupon. Das Prinzip der Seite ist simpel: Geschäfte können ein einmaliges Rabattangebot online stellen, welches mindestens 50% Rabatt auf die sonstige Leistung geben muss. Die Benutzer der Seite können einen Gutschein (Coupon) online erwerben, der es Ihnen ermöglicht, dieses Angebot wahrzunehmen. Jedoch kommt dieser Gutschein nur Zustande, wenn eine gewisse Anzahl an Personen (Group) denselben Gutschein gekauft hat. 50% des Verkaufspreises behält Groupon.

Geschichte

Groupon wurde 2008 in Chicago von Andrew Mason ins Leben gerufen. Er hat sich selbst nie als Unternehmer bezeichnet: Der ehemalige Musikstudent beschreibt seinen Geschäftserfolg basierend auf trial and error.

Sein ehemaliger Arbeitgeber Eric Lefkofsky wurde auf die Idee aufmerksam und stellte Andrew Mason eine Million Dollar „Seed Capital“ zur Verfügung. Mit diesem Geld wurde zuerst Chicago abgedeckt, welches sehr wohlwollend auf die Idee reagierte. Danach kamen Boston und schlussendlich New York ins Portfolio von Groupon, wobei New York sicherlich als das Tor zur Welt anzusehen ist.

Schnell wurden neue Märkte akquiriert, mittlerweile befinden sich 150 Städte in den USA und 100 Städte in Europa im Angebot von Groupon.

Das deutsche Pendant zu Groupon wurde als Copycat mit dem Namen CityDeal, welches bereits am 08.11. im Zalando Artikel von Anja erwähnt wurde, von den Samwer Brüdern und der Rocket GmbH (Kolja Hebensreit und Lukasz Gadowski) gelauncht. Die Samwer Brüder, welche durch Anja bereits auch schon erwähnt wurden, sind bekannt durch alando.de, ein Ebay Copycat welches 1999 für 50 Millionen Dollar an Ebay verkauft wurde, sowie durch die Jamba! GmbH, welche 2005 für 273 Millionen Dollar an VeriSign verkauft wurde. Die Rocket GmbH ist bekannt für spreadshirt.de, sowie StudiVZ Beteiligungen.

Das deutsche Pendant wurde bereits von Groupon für einen dreistelligen Millionenbetrag geschluckt.  Diese Firmen werden übrigens nächste Woche mein Thema sein.

Heute gilt Groupon als das am schnellsten wachsende Unternehmen weltweit (in 7 Monaten schwarze Zahlen,  1 Milliarde Dollar Firmenwert nachdem sich eine russische Investmentfirma im April 2010, nach 17 Monaten, mit 135 Millionen Dollar beteiligt hat).  13 Millionen User erhalten bereits täglich Angebote. Nur Youtube wuchs schneller, was den Firmenwert beträgt, jedoch können Sie bis heute keinen Profit einfahren.

Finanzierung

Groupon wurde anfangs durch Masons ehemaligen Chef finanziert, kurz darauf von einer Chicago Investment Firma mit 4,8 Millionen Dollar. Im April 2010 dann von einer Moskauer Investmentfirma mit 135 Millionen Dollar.  Seitdem finanziert sich das Unternehmen quasi selbst, für 2010 wird ein Umsatz von 350 Millionen Dollar erwartet. Groupon hat weltweit insgesamt  2500 Mitarbeiter.

Marketing

Groupon betrieb anfangs nur Online Marketing durch Google Ads sowie Facebook Ads. Mittlerweile sind sie auch in klassischer Werbung zu finden, bspw. Printmedien und Kinowerbung.

Das Produkt hat natürlich ein großes Word-of-Mouth Potential, da Freunde ihren Freunden immer etwas Gutes tun wollen und die Rabatt-Hascherei des Menschen ohnehin ein nicht zu unterschätzender Antrieb ist (erklärt die Funktionsweise von 1 $ Dollar Läden). Es ist quasi prädestiniert für Mund zu Mund Propaganda.

Es wird auch sehr auf das Image geachtet, weshalb gewisse Geschäfte keinen Deal mit Groupon schließen können (Abtreibungskliniken, Schießstände, Sex-Shops, Strip-Clubs etc.).

SWOT

Stärken:

  • Win-Win Situation für Anbieter, Vermittler sowie Konsumenten.
  • Hohe Reichweite.
  • Kein Risiko für Anbieter oder Kunden.
  • Hoher viraler Faktor.
  • Kostengünstiges Konzept.
  • Nichteingelöste Gutscheine verbleiben zu 100% bei Groupon.

Schwächen:

  • Anbieter haben oft keinen persönlichen Kontakt zu Groupon Mitarbeitern.
  • Kein Geld-Zurück bei nach dem Deal insolventen Geschäften.
  • Ruf von Groupon stark nach den ausgesuchten Geschäften abhängig.

Chancen:

  • Markt zu großen Teil noch nicht erschlossen – Ausweitung des one-deal-per-day Konzepts auf mehrere Tagesdeals bereits geplant.
  • Mobiles Internet und höhere Vernetzung ergeben höhere Reichweite.
  • Provisionserhöhungen bei mehr Verkauf noch möglich.
  • Suchtpotential hoch durch Schnäppchenjäger Potential

Risiken:

  • Sehr viele Nachahmer.
  • Konkurrenten könnten günstigere Konditionen für Anbieter anbieten.
  • Twitter und Facebook.

o   Facebook Deals: Beta Phase in den USA bereits online – Deals werden auf mobilen Endgeräten (200 Mio. User) durch die Kategorie „Places“ in der Umgebung angezeigt.

Fazit:

Eine revolutionäre, virale Idee, deren Erfolg rasant zugenommen hat.  Sehr viel Potential lässt sich noch ausschöpfen, das wissen jedoch auch andere, weshalb ich Facebook als größten Konkurrenten ansehe. Sobald Facebook Deals online ist, wird Groupon sicherlich Marktanteile verlieren. Ich denke dennoch, dass sie es durch ihre neuen Angebotsvarianten geschafft haben sich gegenüber den üblichen Live-Shopping-Portalen durchzusetzen. Durch die Anpassung ihres Angebots an die aktuellen Trends haben sie einen erheblichen Marktvorteil gegenüber der etablierten Konkurrenz geschaffen, den auch Faltin als Erfolgschance für eine Gründung sieht (vgl. Kopf schlägt Kapital S. 42).

http://www.forbes.com/forbes/2010/0830/entrepreneurs-groupon-facebook-twitter-next-web-phenom.html

http://www.gruenderszene.de/marketing/facebook-deals-location-based-marketing

Faltin, Kopf schlägt Kapital

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Kommentare zu: "Die am schnellsten wachsende Unternehmung überhaupt" (9)

  1. norino23 schrieb:

    Hier noch ein Video zu Groupon. Dieses erklärt ziemlich genau wie das Konzept funktioniert.

  2. anjahwr schrieb:

    Ich habe schon mal von Groupon gehört, aber wusste nie wie das Modell funktioniert. Ich bin öfters bei Daily Deal und dachte eigentlich, dass wäre das gleiche. Bei DailyDeal findet der Deal aber immer statt. Ich bin immer noch ein bisschen Skeptisch, weil bei DailyDeal auch oft ziemlich viele Restaurants und Kosmetikstudios dabei sind, vor denen dann bei Qype gewarnt wird. Aber ich werde in Zukunft mal ein Auge auf Groupon werfen.

  3. anjahwr schrieb:

  4. anjahwr schrieb:

    hey norino….heute habe ich auf gründerszene.de folgendes gelesen:
    Gerüchte um Groupon Exit:
    laut Gerüchten soll Groupon kurz vor dem Verkauf an Google stehen. 2,5 Milliarden US-Dollar soll Google auf den Tisch gelegt haben. Yahoo bot 1,7 Milliarden. Das reichte wohl nicht. Die Sawmer Brüder könnten laut gründerszene.de bei einem Exit über 130 Millionen Euro freuen. (Ihr Anteil von CityDeal, welches übernommen wurde) Für nur 6 Monate Aufbauarbeit von CityDeal eine stolze Summe.
    Hier noch ein Ausschnitt aus einem Interview mit Christopher Muhr (Leiter von MyCityDeal) in dem er darlegt, warum die Übernahme solcher Portale für Yahoo und Google interessant ist:
    “I think the main reason is that we have something that Google does not have and no one else has and that we have really tapped a new market. It seems to me if you tap a new market the opportunities seem to be endless. Think about Google Adwords … if they had local business for example. Type in a keyword in Google, say ‘bar’. You find a bar in your area. Google then puts up this kind of bubble box that says this is the business and here is the address. But that is it. It does not have direct contact with the business. The business does not come back and say I want to attract customers via that search. Most of the time the customer does not convert from there into an actual customer.”

    Den kompletten Artikel gibt es bei http://www.gruenderszene.de/news/geruchte-um-groupon-exit-uber-25-mrd-%e2%80%93-samwers-mit-130-millionen-exit

  5. yuliyap schrieb:

    Das Geschäftsmodell von Groupon ist sehr interessant. Das ist aber meistens nur für Goupon selbst profitabel und nicht für die Anbieter von Deals. Viele der Anbieter haben bei den Deals geringe bis gar keine Margen und nutzen Groupon als Marketinginstrument um neue Kunden anzuwerben. Das kann auch zu einem Problem werden:
    Wenn sich zum Beispiel zu viele Kunden für ein Angebot eines kleines Unternehmens interessieren dann ist der Anbieter vielleicht monatelang ausgelastet und ist verpflichtet ohne Marge zu arbeiten. Das kann sehr dramatisch enden…
    Dazu ein Bericht über einen Restaurantbesitzer der bei Groupon mitgemacht hat:

    http://gesterling.wordpress.com/2010/03/25/the-dark-side-of-groupon-sites/

  6. anjahwr schrieb:

    na ja…als Unternehmer ist man dann aber selber Schuld. Man sollte schon richtig kalkulieren bevor man Angebote anbietet. Hast du vielleicht noch ein negativ Beispiel aus Deutschland?

  7. anjahwr schrieb:

    Abgesagt! Groupon verkauft nicht an Google

    http://www.gruenderszene.de/news/groupon-google-exit-abgesagt

    • Janina schrieb:

      Da ist mir Anja schon zuvor gekommen. Ich habe die Übernahmespekulationen auch interessiert verfolgt und war schon erstaunt, dass ein Angebot von jetzt sogar 6 Milliarden Dollar ausgeschlagen wurde. Aber scheinbar war das Selbstbewusstsein doch groß genug, bedenkt man das das Unternehmen jetz eigentlich nur noch über einen Börsengang zu einem ansehnlichem Exit kommen kann.

  8. norino23 schrieb:

    Die Liste der Klone von Groupon ist groß. Ich bin über einen Artikel gestoßen, der wieder einmal deutlich macht, wie erfolgreich das Groupon Modell ist. Seit Januar 2010 ist eine regelrechte Groupon Manie entstanden. Alle wollen auf die Geschäftsidee von Groupon aufspringen.
    Allerdings haben nicht alle Erfolg. Lediglich Daily Deal hat Erfolgschancen.

    http://www.gruenderszene.de/allgemein/ein-uberblick-zur-bisherigen-deutschen-groupon-klon-entwicklung

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