In den letzten Jahren wurden immer mehr Online-Browserspiele ins Leben gerufen, doch noch nie sorgte ein Onlinespiel für so einen Wirbel:


Das Browsergame Pennergame ist ein satirisches Internetspiel der Farbflut Entertainment GmbH, welches von den Spieleurhebern Marius Follert und Niels Wildung programmiert und gegründet wurde. Farbflut Entertainment GmbH ist eines der führenden europäischen Unternehmen im Bereich Browser- und Online-Game Development und Publishing. Die junge Firma steht für innovative Ideen. Mit dem Browserspiel Pennergame und der Facebook ApplikationStreetRivals erreicht Farbflut allein in Deutschland mehrere Millionen Spieler und ist international bereits in Polen, Frankreich, Spanien, Großbritannien, USA, Brasilien und der Türkei vertreten.

Ab 21.10.2010 startete die einmalige Halloween Version des umstrittenen Browserspiels Pennergame, die virtuelle Penner für einen Monat lang die Bewohner der Hölle in Angst und Schrecken versetzen.

Laut „Google AdPlanner“ gehört Pennergame seit Oktober 2008 zu den 100 beliebtesten Seiten des deutschsprachigen Internets und besitzt laut Betreiberangaben über 1,9 Millionen Accounts.

Zum Ziel des Spiels gehört, seinen Charakter, einen Obdachlosen, vom untalentierten Bahnhofsstreuner zum Bettel-Monopolisten aufsteigen zu lassen. Zum Erreichen des Spielzieles können Fähigkeiten wie Musik, Angriff und Verteidigung ausgebildet werden. Auch Banden, die untereinander Krieg führen können, bietet das Spiel. So ziehen inzwischen Millionen virtuelle Obdachlose durch Hamburg, Berlin, München, London, Warschau, Krakau, Madrid, Paris, Marseille, Rio de Janeiro, New York und Istanbul. Das Ziel des Spiels besteht darin, eine virtuelle Spielfigur vom Obdachlosen zum Schlossbesitzer aufsteigen zu lassen. Neben dem Sammeln von Pfandflaschen und virtuellen Spenden, sind das bestehen unterschiedlichster Missionen sowie kleine Gaunereien und Kämpfe mit anderen Pennern zentrale Spielinhalte. Ganz nach oben schafft man es nur im Zusammenspiel mit anderen Spielern. Eine Bande ist für den erfolgreichen Spieler unerlässlich, wodurch der starke Community-Charakter des Spiels unterstützt wird.

Der Spieler hat die Möglichkeit, ein virtuelles Haustier zu besitzen, das Kämpfe für seinen Besitzer ausführen kann, u.a.auch einen Eisbären. Wie bei den anderen Ausrüstungsgegenständen steigt die Anzahl verfügbarer Tiere mit dem Spielfortschritt. Haupteinnahmequelle sind Spenden durch Referrer-Links. Zusätzlich kann der Spieler Pfandflaschen sammeln, Geld bei (Haustier-)Kämpfen gewinnen und Verbrechen begehen.

Das Thema Alkohol nimmt eine bedeutende Rolle im Spiel ein. Ein hoher Promillewert verbessert die Laune der Spielfigur und verkürzt die Dauer von Weiterbildungen, wirkt sich jedoch negativ auf die Verteidigungsfähigkeit der Figur und deren Präzision bei Verbrechen aus. Aus Gründen des Jugendschutzes werden seit April 2009 die alkoholischen Getränke tagsüber durch nichtalkoholische ersetzt.

Bis zu 30 Spieler können sich in einer Bande zusammenfinden. Diese können gemeinschaftliches Eigentum erwerben, das jedem Bandenmitglied bestimmte Vorteile gewährt. Banden können gegeneinander Kämpfe führen und sich untereinander verbünden.

Erst durch die negativen / positiven Schlagzeilen in der Presse wurde das Spiel berühmt und verschaffte dem Unternehmen viele Neuanmeldungen.

Negative Seite des Spiels:

Am 14. November 2008 forderte die SPD-Abgeordnete Ksenija Bekeris die sofortige Einstellung des Spiels, da es die Würde Obdachloser verletze. Daraufhin wurde das Spiel durch unzählige Erwähnungen in Presse weiten Bevölkerungsteilen bekannt.

Betreiber von Internetseiten mit öffentlicher Kommentierfunktion kritisieren das Spammen von Referrer-Links durch Spieler. Hierbei erhält der Spieler für jeden Klick auf seinen Link virtuelles Geld. So verschickten viele aktive User einen Spendenlink, wo der Spieler einen virtuellen Geldbetrag erhielt. Gleichzeitig war es eine gute Werbung für das Unternehmen und das Spiel.

Positive Seite des Spiels:

Seit dem Start von Pennergame 2008 spenden die beiden Gründer Marius Follert und Niels Wildung zugunsten wohltätiger Organisationen, um einen Beitrag zum Wohl obdachloser Menschen zu leisten. Laut eigenen Angaben wird ein Teil der Einnahmen durch Werbung und so genannte bezahlte Zusatzfeatures für die Unterstützung von echten Obdachlosen in Hamburg eingesetzt.

Die große Spendenbereitschaft der Nutzer zeigt, dass die Pennergame-Gemeinde verantwortungsbewußt auf das Thema Obdachlosigkeit eingeht und durch das Spiel animiert wird, wohnungslosen Mitmenschen zu helfen. Bisher ist ein hohes fünfstelliges Spendenaufkommen erwirtschaftet worden u.a. auch mit dem Verkauf von Pennergame t-shirts. Die Einnahmen kamen komplett den Haiti Erdbebenopfern zugute.

Link: http://zweinullig.de/pennergame-spendet-fur-erdbeben-opfer-in-haiti/

Videos:

Quellen: http://www.farbflut.de/home und http://www.pennergame.de

Mein Fazit: Obwohl ich es nicht sonderlich gut finde, dass hier Geld auf Kosten von Obdachlosen gemacht wird und ihr Leben ins noch mehr lächerliche gezogen wird, finde ich es auf der anderen Seite positiv, dass mit den eingenommenen Spenden viele Gemeinnützige Einrichtungen  finanziert werden.

Und nun: Prost!


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Kommentare zu: "Ein Browserspiel sorgte für Aufregung!" (3)

  1. nadine1986b schrieb:

    Also ich muss sagen, mein Interesse an Spiele ist nicht wirklich groß, was verständlich ist 🙂 dennoch pass ich mich Daniels Meinung an, dass es super ist dass ein Teil der Einnahmen für die Unterstützung von „echten“ Obdachlosen verwendet wird oder auch die Haiti- Erdbebenopfern auch was davon hatten.

  2. yuliyap schrieb:

    Daniel, auf der Webseite von diesem Spiel steht, dass das Spiel kostenlos ist. Außerdem sieht man auf der Webseite keine Werbung nur einige Links zu den Zeitungen. Deswegen die Frage:

    Wie hat sich das Spiel finanziert und wie verdient die Farbenflut GmbH ihr Geld damit?

    Danke,
    Yuliya

  3. danielmarko schrieb:

    Hi, das Spiel kann man kostenlos Spielen, jedoch besteht die Möglichkeit, durch einen Premiumaccount, gennant Ehrenmitglied (war zu meiner Zeit einmalige 3,99€) konnte man 1 Monat lang eine werbefreiheit genießen und weitere Spieletechnische Vorteile haben. Das Spiel finanziert sich durch den Verkauf der Premiumaccounts und die Werbung, die an der Seite eingeblendet wird, wenn man mit seinem Spieleraccount eingeloggt ist.

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