Hey Leute,

wir erinnern uns, wie groß der öffentliche Aufschrei in den Massenmedien gegen Google’s Dienst „Street View“ war. Man wurde jeden Tag mit neuen Meldungen und Statements in der Presse und im Fernsehen überrollt. Gebrauchsanweisungen zum löschen der eigenen Wohnsituation wurden am laufenden Band ausgestrahlt. Interviews mit verärgerten Mitbürgern zeichneten ein Bild von Deutschland, das sich dem Datenschutz verschworen hatte. Es schien fast so, als wäre ein ganzes Land gegen Google.

Sehr groß war mein Erstaunen, als ich lesen musste, dass nur 3% der Bevölkerung von ihrem Widerspruchsrecht gebrauch gemacht haben (http://www.chip.de/news/Google-CEO-empfiehlt-StreetView-Gegnern-Umzug_45388742.html).

Nach den öffentlichen Stimmen zu Folge, habe ich gedacht, dass die gesamte Straßenansicht bei „Street View“ nur noch einer verpixelten Landschaft gleichen würde.

Bei 3% Widersprüchen, ist dem nicht so. Wie soll man diesen Sachverhalt deuten? Sagen wir Dinge nur, weil andere sie gerne hören möchten? Oder sind wir zu faul? Einspruch kann immer noch erhoben werden, doch ich denke die Zahl wird auch nicht weiter steigen. Wie sonst kann man erklären, dass eine ganze Nation in heller Aufregung war, jedoch davon nur 3% ihren Worten haben Taten folgen lassen?

Es gibt sogar Extreme wie den Herren im obigen Video, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, selbst die restlichen 3% der Verweigerer aufzudecken. Er zieht mit einer Kamera in seiner Stadt herum und fotografiert die Häuserfassaden, die bei Google verpixelt erscheinen. Und er ist nicht alleine: Binnen weniger Tagen hat er es geschafft 250 Anhänger zu finden, die seine Mission teilen und in ihren Städten das Gleiche tun!

Diese Aktivisten und der geringe Satz der Verweigerer zeugt für mich nicht gerade vom vielgepredigten „Datenschutz-Deutschland“. Die Argumente der Aktivisten sind sicherlich nicht von der Hand zu weisen, eine Hausfassade ist etwas öffentliches, jeder Mensch kann sie sich angucken, wenn er auf der Straße daran vorbeiläuft. Aber natürlich lässt das auch Verbrechern Raum ihre Raubüberfälle zu planen, Fluchtwege zu identifizieren etc.

Wie echt diese Bedrohung ist, wird sich erst zeigen müssen, doch ich denke trotzdem, dass Streetview eher für Geschäfte eingesetzt werden sollte, sowie für öffentliche Plätze, um potentiellen Touristen ein Bild der Stadt zu verschaffen, jedoch ist es doch völlig unnötig, jede einzelne Seitenstraße im Internet begutachten zu können.

Wie ist eure Meinung dazu?

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Kommentare zu: "Beschattung von oben" (1)

  1. nadine1986b schrieb:

    Also ich finde das der Google Dienst „Street View“ etwas besonderes ist und wie schon mal gesagt, finde ich sollte man auf jeden Fall den technischen Fortschritt nutzen, dennoch in Grenzen. Der 3D Stadtplan wäre beispielsweise sehr vorteilhaft für eine Urlaubsplanung. Aus diesem Grund denke ich das es vollkommen ausreichend wäre, wenn der Google Dienst sich z.B auf Hotels, Olympiastadien etc fixieren würde und nicht zusätzlich auf irgendwelche Hausfassaden.

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